Kolumbien- Ein Paradies weit entfernt von Kartellen

Drogenbosse, Kokaindelikte, Kartelle und hohe Mordraten!! Dies sind die Gedanken die den meisten Menschen in den Kopf schiessen, wenn sie an Kolumbien denken. Gefährlich an dem Land ist jedoch nur, dass man es nicht mehr verlassen will, wenn man mal da war!!! Unser ester Stopp war Ipiales. Keine erwähnenswerte Stadt, ausser man ist auf der Suche nach günstigen Autoreifen. Nicht weit entfernt jedoch liegt Las Lajas, ein Pilgerort. Eine wunderschöne Kirche, fragt mich nicht aus welcher Epoche 😁, wurde über einem Fluss erbaut. In der Nacht wird sie mit allen Farben beleuchtet und bietet ein faszinierendes Schauspiel.

 

Las Lajas Kirche © Sabrina&Adi

 

Danach gings zur Laguna Verde, die von Tuqueres aus erreichbar ist. Die Laguna ist eigentlich ein Kratersee und liegt auf über 3500 Meter Höhe. Stellenweise ist sie so heiss, dass man locker Eier drinn kochen könnte. Das Ufergestein ist weiss, gelb bis hin zu grünlich verfärbt. Schwefelablagerungen sind es, die erstens die Farbe hervorrufen und zweitens den etwas unangenehmen Gestank. Wie immer, wenn wir Ausflüge zu Lagunen unternehmen, regnete es in Strömen unf wir sahen leider nicht viel auf der Wanderung. Schön wars trotzdem.

 

Laguna Verde © Sabrina&Adi

 

Ein weiteres schönes Highlight im Süden Kolumbiens war für uns Silvia. Ein kleines verschlafenes Bergdorf, in der Nähe von Popayan, dass vor allem für seinen Dienstagsmarkt berühmt ist. Alle Leute von den umliegenden, indigenen Bergdörfer kommen an diesem Tag zudammen und verkaufen alles, was das Herz begehrt. Von Kartoffeln über Kleidung, exotische Früchte, bis hin zu Tupperware, kann alles gekauft werden. Wir campierten in der Umgebung und blieben vier Tage in der „Schweiz von Kolumbien“ hängen, weil die Landschaft nur so zum Wandern und Relaxen einlädt.

 

Silvia © Sabrina&Adi


Silvia Markt © Sabrina&Adi

 

Weiter gings an den Lago Calima. Es war eine lange Fahrt auf der Panamericana, bis wir den See nordwestlich von Cali erreichten. Der See ist fürs Kitesurfen bekannt. Natürlich windet es dementsprechend fest und einfach zu chillen, gestaltet sich je nach Windrichtung schwierig, weil einem fast das Essen um die Ohren fliegt. Wir nutzten den Wind um zu kiten, an Land allerdings. Der See ist zudem angenehm warm und lädt auch zum baden ein. Eines unserer grössten Highlights war wohl das Valle del Cocora, bekannt für seine riesigen Wachspalmen, die wohl die grössten der Welt sind. Dieses Tal erreicht man am besten von Salento aus. Wir fuhren gleich bis zum Nationalpark und parkten unser Auto direkt unter den riesigen Palmen. Das Tal liegt am Eingang des Nationalparks Los Nevados und von hier aus können mehrtägige Touren organisiert werden. Die Natur ist vielfältig, von Nebelwald bis hin zu über 5000 meterhohe Berge ist alles dabei. Wir wanderten zu dem grossen Palmenwald der lediglich 1$ Eintritt kostete. Von da aus gings weiter zur Casa de los colibris, wo es viele verschiedene Arten von den wunderschönen Vögeln zu beobachten gibt. Die Landschaft ist einzigartig und lädt zum bleiben ein.

 

Valle de Cocora Panorama © Sabrina&Adi


Valle de Cocora © Sabrina&Adi

 

Uns zog es weiter Richtung Norden. Die Region westlich des Nationalparks Los Nevados wird auch Zona cafetera genannt, die Kaffeezone. Hier wird der Grossteil des exportierten Kaffees von Kolumbien angebaut. Lustigerweise existiert in Kolumbien überhaupt keine Kaffeekultur. Was so viel heisst wie, die Leute die einen den besten Kaffees der Welt anbauen, haben keine Ahnung, wie man einen guten Kaffee zubereitet. Niemand trinkt hier Kaffee!! Kolumbien kam durch die Kolonialisation zum Kaffeeanbau, führte dies weiter als die Spanier und Engländer das Land verliessen und produzieren daher immer noch einer der besten Kaffees für Europäer und Nordamerikaner. Nach vielen Informationen über Kaffee wollten wir eigentlich die Berge von Los Nevados besteigen.

 

Kaffeeregion © Sabrina&Adi

 

Von Manizales aus gingen wir in den Park. Dort hiess es: „Wandern ist zu gefährlich, aufgrund des aktiven Vulkans. Ihr könnt 5 km mit dem Auto hochfahren und dann wieder zurück!“ Ja das war wohl nicht das, was wir uns erhofften, deshalb zogen wir weiter Richtung Rio Claro. Kurz davor liegt die Hacienda Napoles. Dies ist das ehemalige Anwesen des Drogenbarons Pablo Escobar. Wir waren von dem Besuch etwas enttäuscht. Ausser dem Flugplatz und seinen alten Autos, ist von Pablo Escobar nicht mehr viel zu sehen. Es gibt allerdings einen grossen Zoo, ein Afrikamuseum und einen Aquapark, der uns den Tag rettete, bei der drückenden Hitze. Wir würden den Park aber nicht noch mal besuchen.

 

Hacienda Napoles © Sabrina&Adi

 

Nach dem Touristenspass war es uns nach Natur und wir fuhren zum Reserva ecologica Rio claro. Dies ist ein wunderschönes Naturreservat am gleichnamigen Fluss, dass einige Abenteuer zu bieten hat. Höhlentouren, Klettersteig, Zip-line, Raften und Tubing stehen zur Auswahl, zudem sind Schlafmöglichkeiten und Zeltplatz vorhanden. Wir entschieden uns für die Wanderung am Fluss entlang, der mit wunderschönen Badeplätzen übersät ist. Als wir fast am Ende des Reservats ankamen, tubten wir den Fluss hinunter. Es ist nicht ganz ohne, die einen Stromschnellen waren ziemlich gross und versetzten uns etwas in Angst und Schrecken. Doch wir haben überlebt!!!

 

Rio Claro © Sabrina&Adi


Rio Claro © Sabrina&Adi

 

Von Dort ging unsere Reise weiter nach Guatape. Eine Region, die nicht natürlich entstanden ist. Vor einigen Jahren wurde hier ein Stausee errichtet und nun erinnert die Landschaft stark an Finnland, mit seinen hunderten von kleinen Inseln im See. Pablo Escobar hatte anscheinend ein Gefühl für schöne Plätze und errichtete sich auch hier ein Anwesen. Die Ruinen der bombadierten Villa kann man sich, mit einer geführten Tour, von der Stadt aus ansehen. Empfehlenswert vor allem weil die Bootsfahrt dort hin wunderschön ist. Gekostet hat der Spass etwas mehr als 5$ pro Person. Berühmt ist Guatape allerdings mehr wegen dem unverwechselbarem Granitmonolith Piedra del peñol. 657 Stufen führen bis ganz hinauf und von da oben hat man eine atemberaubende Aussicht über Guatape und Umgebung. Sonnencreme nicht vergessen!!!

 

Guatape Aussicht © Sabrina&Adi


Guatape © Sabrina&Adi

 

Da wir schon in der Nähe waren und von vielen Leuten gehört haben Medellin sei wunderschön, sahen wir uns die Stadt an. Ganz ehrlich wir sind keine Stadtmenschen und fragten uns nach kurzer Zeit; was wollen wir hier??

 

Medellin © Sabrina&Adi

 

Also fuhren wir Richtung Osten. Nach Suesca. Dieser Ort interessiert vielleicht mehr die Kletterer. Suesca bietet auf 4 km Strencanyon mehrere hundert Kletterrouten von leicht bis schwer. Allerdings ist es eher auf Traditionelle Kletterei ausgelegt als auf Sportklettern. Das Mitbringen oder mieten von Friends und Keilen ist daher unabdinglich!! Schlafmöglichkeiten hat es genügend und bis aufs Wochenende ist der Ort, muuuy tranquillo.

 

Suesca Klettern © Sabrina&Adi


Suesca Klettern © Sabrina&Adi

 

Nach der Organisation unserer neuen Pässe, die uns in Nicaragua geklaut wurden, fuhren wir in die Desierto de la Tatacoa. Leider erwischten wir eine 35 km lange Schotterpiste, die mit unserem Sprinter, ohne 4×4, eher mühsam zu bewältigen war, aber wir kamen nach 2 Stunden dann doch an. Die Natur ist einzigartig!! Ein Labyrinth aus rot-braunen Felshügeln. Die Erde ist so trocken, dass sie von Rissen übersät ist. Die verschiedenen Gesteinsschichten sind farblich gut zu erkennen und wir wanderten ca. eine Stunde durch diese faszinierende, aber sehr heisse Landschaft. Genügend Wasser mitnehmen ist empfehlenswert. In der Wüste wird immer noch viel geforscht, weil erst kürzlich sehr alte Dinosaurierknochen gefunden wurden. Los hoyos sind Badelöcher inmitten der Wüste für lediglich 2$, wo man sich herrlich abkühlen kann. In dieser Region sind die Gesteinslabyrinthe grau-schwarz aber nicht weniger spektakulär. Unserer Meinung nach nicht weiterzuempfehlen ist der Besuch der Sternwarte. Durch ein kleines Mikroskop wird einem einen kurzen Blick auf Saturn gewährt, danach nur noch Sternbilder erklärt. Zu teuer für wenig Darbietung.

 

Desierto de la Tatacoa © Sabrina&Adi


Desierto de la Tatacoa © Sabrina&Adi


Desierto de la Tatacoa © Sabrina&Adi

 

Nach der Hitze fuhren wir nach San Augustin. Hier können mehrere hundertjahralte Steinskulpturen bewundert werden. Es gibt verschiedene Ausgrabungsstätten, die zu Fuss, mit Pferd oder Jeep erreichbar sind. In der Stadt gibt es einige Tourenanbieter. San Augustin überzeugt auch mit einer wunderschönen Landschaft und viel Natur. Von da aus gings nach Mocoa und über einer der gefährlichsten Strassen Südamerikas „el trampolin de la muerte“, das Trampolin des Todes, nach San Francisco. 70 km einspurige Schotterpiste von 800 Höhenmeter auf 2700 und wieder runter. Die Kreuzungsmanöver mit den LKWs waren zeitweise eine nervliche Herausforderung, aber ein Millimeter ist dann eben doch mehr als genug, um aneinander vorbeizukommen. Ansonsten ist die Strasse fast überall mit Leitplanken abgesichert und bei gutem Wetter, ohne Probleme auch mit einem Mercedes Sprinter, zu befahren. Trotzdem benötigten wir 7 Stunden und entspannten danach an der Lagune de la cocha bei einem gutem Fisch.

 

San Augustin © Sabrina&Adi

 

Diese wunderschöne Lagune war unser letzte Stopp, bevor wir die Grenze nach Ecuador in Angriff nahmen. Allgemein können wir sagen, dass Kolumbien ein wunderbares, abwechslungsreiches Land ist, mit freundlichen und aufgeschlossenen Menschen. Kein einziges Mal hatten wir das Gefühl von Unsicherheit. Die Strassen sind mehr als nur gut, bis auf einzelne 😂 und die Polizei war stehts unser Freund und Helfer, und meinten es nur gut mit uns. Wir verlassen dieses tolle Land mit nur guten Erinnerungen und werden sicherlich nicht das letzte Mal hier gewesen sein. Hasta luego amigos!!

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